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Jugendpolitischer Newsletter

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*Jugendpolitischer Newsletter der Landjugend*
ein Angebot des Bundes der Deutschen Landjugend


 Newsletter vom Donnerstag 10. Juli 2008
Ausgabe: 12-08
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Liebe LeserInnen des jugendpolitischen Newsletters, anbei der aktuelle jugendpolitische Newsletter des Bundes der Deutschen Landugend. Der nächste jugendpolitische Newsletter erscheint am 04. September 2008.

Viel Spaß beim Lesen!

In dieser Ausgabe

- Merkel: "Wir müssen global denken und entscheiden"

- G8-Gipfel mit magerem Klima-Ergebnis

- 46 Abgeordnete fordern fraktionsübergreifend Wahlrecht für Kinder

- Bundesregierung verpasst Gunst der Stunde, die Rechte der Kinder wirklich zu stärken

- Rechte von Bahnkunden stärken

- Ursula von der Leyen: "Auf den Anfang kommt es an"

- Frankreich übernimmt EU-Präsidentschaft

- Sprachenvielfalt für ein tolerantes Europa unerlässlich

- "Say No" - Kampf gegen Kindesmissbrauch

- Gestaltung einer neuen Umwelt-Webseite für Jugendliche

- Partizipation in Jugendverbänden


*** Politik ***

Merkel: "Wir müssen global denken und entscheiden"

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist mit den Ergebnissen des G8-Gipfels zufrieden. Die wichtigsten Industriestaaten wollen die klimaschädlichen Treibhausgase bis 2050 halbieren. Deutschland gibt Afrika in diesem Jahr allein für die ländliche Entwicklung 600 Millionen Euro. Und auch der Dialog mit den Schwellenländern hat sich bewährt.
Mit ihrer Einigung zum Klimaschutz gehen die acht Staats- und Regierungschefs über die im vergangenen Jahr getroffenen Vereinbarungen von Heiligendamm hinaus. Dort hatten sich die sieben größten Industriestaaten und Russland unter deutschem Vorsitz darauf verständigt, "ernsthaft zu prüfen", ob eine Halbierung der CO2-Emissionen bis 2050 möglich ist.

Beim Klimaschutz die Führungsrolle übernehmen
Mit dem neuerlichen Beschluss versprachen jetzt erstmals auch die USA, ihre Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Nun geht es darum, Schwellenländer wie China und Indien einzubinden. "Wir können den Anstieg der Temperaturen nicht mehr allein stoppen, sondern wir brauchen alle Anstrengungen", betonte Merkel im japanischen Hokkaido.
Mit dem vereinbarten Klimaziel wollen die G8 in die Verhandlungen über das nächste Klimaabkommen Ende 2009 in Kopenhagen gehen. Die Verhandlungen laufen unter dem Dach der Vereinten Nationen. Merkel sprach von einer "klaren Verpflichtung", auf der Klimakonferenz einen Abschluss zu erreichen. Die G8 würden dabei eine besondere Verantwortung tragen, aber auch die Schwellenländer müssten einen angemessenen Beitrag leisten.

Schritt für Schritt gemeinsam zum Klimaziel
Gleichzeitig mahnt die Bundeskanzlerin zur Geduld: Bis zu einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen werde es "noch viele harte Verhandlungen" geben. Denn um das langfristige Klimaziel zu erreichen, seien zunächst mittelfristige Strategien und Zwischenschritte erforderlich.
Zum ersten Mal kamen die 16 Staats- und Regierungschefs der größten Volkswirtschaften der Welt zusammen, um über den Klimaschutz zu diskutieren. Neben den fünf Schwellenländern Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika saßen Australien, Indonesien und Korea mit am Tisch. "Das Thema ist auf der Führungsebene angekommen und da gehört es auch hin", zeigte sich die Kanzlerin zufrieden.
Der Klimawandel macht vor Ländergrenzen ebenso wenig Halt wie die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten. Deshalb kann es nur eine Strategie geben, ist Merkel überzeugt: "Wir müssen lernen, global zu denken, zu leben und zu entscheiden."
Dabei spielten internationale Organisationen eine immer wichtigere Rolle. Was die Weltwirtschaft angeht, müssten sie aber enger zusammenarbeiten als bisher. Die Finanzkrise habe gezeigt, dass der Internationale Währungsfonds beispielsweise auch die Funktion eines Frühwarnsystems übernehmen könne.

Für transparentere Ölpreise
Energieversorgung hat viele Aspekte: vom Klimaschutz über wirtschaftliche bis zu sozialen. Angesichts der rasant steigenden Ölpreise setzen sich die G8-Länder für mehr Transparenz bei den Förderländern ein.Gleichzeitig will man den Bedarf drosseln: mit mehr erneuerbaren Energien und höherer Energieeffizienz. "Wir müssen weniger abhängig werden von Öl und Gas", bekräftigte die Kanzlerin nach den Beratungen erneut.

Afrika: Hilfe zur Selbsthilfe leisten
Die G8 halten daran fest, die Millenniumsentwicklungsziele zu erreichen. Die Zahl der Hungernden sowie die Armut weltweit sollen bis 2015 halbiert werden. Jährlich wird nun über den Stand der Hilfen berichtet. Damit erfüllen die G8 eine Forderung der Entwicklungsländer.
Im Kampf gegen Infektionskrankheiten in Afrika bestätigten die G8-Länder Hilfen in Höhe von 60 Milliarden Dollar. Die Ausgaben erstrecken sich insgesamt auf fünf Jahre. In Heiligendamm war dieser Betrag bereits festgelegt worden, aber ohne einen konkreten Zeitraum zu benennen.
"Gemessen an den Ergebnissen vom vorigen Jahr sind wir wieder einen großen Schritt weitergekommen", zog die Kanzlerin eine positive Bilanz. Und im nächsten Jahr finden sich alle wieder zusammen, dann hat Italien den G8-Vorsitz inne. (Bundesregierung)

KAUCH: G8-Gipfel mit magerem Klima-Ergebnis

Zum heutigen Abschluss des G8-Gipfels in Japan erklärt der umweltpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Michael KAUCH:
Angela Merkel hat auf dem G8-Gipfel nicht viel bewegt. Zwar verpflichten sich nun auch die USA erstmals auf ein CO2-Reduktionsziel. Doch das vereinbarte Ziel bevorteilt die USA und schadet Deutschland. Denn der japanische Ministerpräsident Fukuda hat heute klar gestellt, dass sich die 50 Prozent CO2-Reduktion auf die heutigen Emissionen und nicht auf das bisher übliche Basisjahr 1990 beziehen. Damit wird es für Deutschland schwer, seine Vorleistungen seit 1990 bei der Lastenverteilung geltend zu machen. Außerdem fehlt ein Fahrplan mit nachprüfbaren Zwischenzielen, etwa für 2020.
George Bush hat damit weniger zugesagt, als beide US-Präsidentschaftskandidaten bereits für die Zukunft angekündigt haben. Gleichzeitig hat sich Merkel mit der Kernkraft in die Defensive drängen
lassen, statt mit unseren Erfolgen zu punkten. Mehr Selbstbewusstsein wäre gut: gleich wie man zur Kernkraft steht, der Energiemix ist unsere nationale Entscheidung. Die USA als größter Klimasünder sollten zunächst vor der eigenen Haustür kehren.
Die Bundesregierung muss nun den Druck auf die USA erhöhen, zu einem substanziellen Fortschritt bei den UN-Klimaverhandlungen beizutragen. Dazu gehören bindende CO2-Grenzen auch für 2020 und die Schaffung eines Emissionshandels für alle Industrieländer. Außerdem müssen die Schwellenländer wie China in angemessener Form eingebunden werden. (FDP)

46 Abgeordnete fordern fraktionsübergreifend Wahlrecht für Kinder

Auch Kinder sollen künftig das Wahlrecht bekommen. Dieses solle treuhänderisch von den Eltern ausgeübt werden, fordern 46 Bundestagsabgeordnete in einem interfraktionellen Antrag (16/9868). Die
Bundesregierung wird aufgefordert, einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. "Zurzeit sind etwa 14 Millionen deutsche Staatsbürger vom Wahlrecht ausgeschlossen, und zwar allein aufgrund ihres Alters", kritisieren die Abgeordneten. Artikel 38 Absatz 2 des Grundgesetzes schreibt vor, dass erst ab 18 Jahren gewählt werden darf. "Diese Norm ist weder zwingend noch unabänderlich", schreiben die Abgeordneten. Der Verfassungsartikel sei schon in der Vergangenheit verändert worden. So wurde Anfang der  1970-er-Jahre das aktive Wahlrecht von 21 auf 18 Jahre gesenkt.

Sobald Kinder dazu in der Lage seien, sollten sie selbst das Wahlrecht ausüben, fordern die Abgeordneten. Bis dahin könnten die Eltern "im Rahmen ihres grundgesetzlich legitimierten Elternrechts" das Wahlrecht wahrnehmen. Einen Verstoß gegen den Grundsatz der Gleichheit der Wahl oder den
Grundsatz der geheimen Wahl sehen die Abgeordneten nicht. Viele Studien würden zeigen, dass Kinder und Jugendliche in hohem Maße an Politik interessiert seien und an ihr teilhaben wollten.
Die Abgeordneten schlagen vor, das Bundeswahlgesetz dahingehend zu ändern, dass junge Menschen, sobald sie sich selbst für beurteilungsfähig halten, sich in eine Wahlliste eintragen lassen können. Nach der Eintragung würde das Stellvertreterrecht der Eltern entfallen. (Deutscher Bundestag)

GRUSS: Bundesregierung verpasst Gunst der Stunde, die Rechte der Kinder wirklich zu stärken

Zum heute vorgestellten Zwischenbericht des Nationalen Aktionsplans "Für ein kindergerechtes Deutschland 2005-2010", erklärt die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Miriam GRUSS: Bundesministerin Ursula von der Leyen hätte die Gunst der Stunde nutzen können. Statt seichter Worte, wäre der Zwischenbericht ein guter Anlass gewesen, um endlich - wie auch im Nationalen Aktionsplan enthalten und von der Kinderkommission des Deutschen Bundestages mehrfach gefordert - die UN-Kinderrechtskonvention dadurch zu stärken, dass die Vorbehaltserklärung zurückgenommen wird.

Die Rücknahme der Vorbehaltserklärung ist nicht nur rechtlich möglich, sie ist auch politisch geboten, da sie geeignet ist, national wie international bestehende Zweifel am Willen Deutschlands, die UN-Kinderrechtskonvention uneingeschränkt durchzusetzen, auszuräumen. Die Rücknahme würde auch ein Signal für ein kinderfreundliches Deutschland darstellen.

Darüber hinaus sollte die Durchsetzbarkeit der persönlichen, politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rechte Minderjähriger gestärkt werden: Nämlich mit der Möglichkeit einer Individualbeschwerde. Dadurch könnten sich Kinder und Jugendliche direkt bei dem UN-Ausschuss über Missstände beschweren. Die Einrichtung eines Individualbeschwerdeverfahrens würde dazu beitragen, die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention zu verbessern und wäre eine Ergänzung zur regelmäßigen Berichtspflicht. Die Bundesregierung sieht dazu nach wie vor keine Veranlassung.

Das Beschwerderecht würde eindeutig zeigen: Kinder sind uns wichtig und wir nehmen sie ernst. Ich appelliere deshalb ausdrücklich an den gesamten Bundestag, dieser Sanktionsmöglichkeit, die von der FDP im Deutschen Bundestag beantragt wurde, zuzustimmen. Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass Kinder ihre Rechte bekommen.

Wenn es um Menschenrechte geht, dürfen Kinder nicht weniger Rechte haben als Erwachsene. Die Schaffung einer Individualbeschwerde wäre ein elementarer Bestandteil auf dem Weg zu einem kinderfreundlicheren Deutschland. Dieses gravierende Defizit muss nun endlich behoben werden.
Die Bundesregierung handelt nicht, sondern legt stattdessen Berichte vor. Gelegenheit hätten die Regierungskoalitionen genügend gehabt: Die FDP hatte mit eigenen Anträgen die beiden Initiativen im Bundestag eingefordert. (FDP)

FDP: Rechte von Bahnkunden stärken

Die Bundesregierung müsse "unverzüglich" pauschale und einheitliche Entschädigungsregelungen sowohl für den Fern- als auch für den Nahverkehr der Deutschen Bahn AG schaffen, verlangt die FDP-Fraktion. In einem Antrag (16/9804) führen sie aus, das diene einer "unbürokratischen Entschädigung der Kunden". Bei einer Verspätung von mindestens 30 Minuten hat der Fahrgast nach den Plänen der Liberalen einen Entschädigungsanspruch in Höhe von 25 Prozent des Fahrpreises, sofern der Preis für eine einzelne Fahrt mindestens acht Euro beträgt. Bei einer Verspätung von mindestens 60 Minuten habe der Reisende einen Anspruch von 50 Prozent des gezahlten Betrags, heißt es in dem Antrag weiter. Die Regierung habe außerdem dafür zu sorgen, dass eine unabhängige Schlichtungsstelle für Streitfälle eingerichtet wird, so die Fraktion. Die Liberalen monieren, Daten und Zahlen zu Verspätungen und Kosten durch Schadenersatzleistungen lege die Bahn derzeit nicht öffentlich vor. Bahnkunden könnten heute für die reine Verspätung keine Entschädigung von der Bahn fordern. Erstattungen seitens der Bahn erfolgten ausschließlich auf der Basis von Kulanz.  (FDP)


*** Gesellschaft***

Ursula von der Leyen: "Auf den Anfang kommt es an"
Initiative "Für ein kindergerechtes Deutschland" vorgestellt - Umfrage belegt Zeitmangel

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat am heutigen Dienstag in Berlin die Initiative "Für ein kindergerechtes Deutschland" gestartet. Ziel der Aktion ist, gerechte Startbedingungen für Kinder und Jugendliche auf allen förderalen Ebenen und in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft zu etablieren. Die dafür notwendigen Perspektiven, Forderungen und Maßnahmen bündelt der "Nationale Aktionsplan für ein kindergerechtes Deutschland 2005 - 2010" (NAP), zu dem heute eine Zwischenbilanz vorgestellt wird. Dass Kindergerechtigkeit schon heute einen hohen Stellenwert hat, im Alltag jedoch auf viele Hindernisse stößt, belegt eine aktuelle repräsentative Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag des Bundesfamilienministeriums, die ebenfalls heute veröffentlicht wird.

"Kinder sind die Zukunft unseres Landes. Sie zu fördern, zu schützen und zu beteiligen ist eine gemeinsame Aufgabe für alle Ebenen unseres Staates und unserer Gesellschaft. Kindergerechtigkeit steht jeden Tag tausendfach auf dem Spiel: auf dem Schulhof, im Ausbildungsbetrieb, in der Nachbarschaft, im Planungsausschuss, im Sportverein oder im Parlament. Verantwortliche müssen lernen, noch häufiger Kinder in eigener Sache einzubeziehen oder zumindest ihre Interessen mitzubedenken. Der Nationale Aktionsplan zeigt außerdem, dass frühe Bildung und gezielte Förderung für sozial benachteiligte Kinder immer mehr zur zentralen Gerechtigkeitsfrage für unser Land wird. Nur wenn alle Kinder am Anfang gute Startbedingungen haben, haben sie auch gleichberechtigte und gerechte Chancen, ihre Talente und Fähigkeiten im späteren Leben zu entfalten. Deutschland kann davon nur profitieren", sagt Ursula von der Leyen.

Nach einer aktuellen repräsentativen Elternumfrage von Infratest Dimap im Auftrag des Bundesfamilienministeriums

* ist für 85 Prozent der Eltern die Zeit mit ihren Kindern sehr wichtig, für 15 Prozent wichtig. Doch zwei Drittel der Befragten sehen gerade Zeitmangel als häufigstes Hindernis, den Familienalltag kindergerechter zu gestalten.

* Zehn Prozent der Mütter und ein Drittel aller Väter verbringen werktags weniger als zwei Stunden mit ihren Kindern.

* Über 40 Prozent der Familien finden nur an zwei Tagen in der Woche Zeit für ein gemeinsames Frühstück.

* 85 Prozent der Befragten geben an, oft bzw. sehr oft mit ihren Kindern gemeinsam zu kochen und zu essen. Allerdings kochen und essen 27 Prozent der Eltern mit einem Haushaltsnetteinkommen unter 1.500 Euro nur gelegentlich, selten oder nie mit ihren Kindern.

"Diese Zahlen zeigen, dass die allermeisten Eltern ihre Verantwortung für ein gesundes und glückliches Aufwachsen ihrer Kinder wahrnehmen wollen, jedoch im Alltag noch zu oft an Grenzen stoßen. Deswegen müssen wir die Zeittaktung im Alltag auf die Bedürfnisse von Familienleben ausrichten. Eltern brauchen Entlastung in der Organisation des Alltags, um verlässlich gemeinsame Zeit mit ihren Kindern zu haben. Zeitmuster der Arbeitswelt können trotz hoher Effizienzanforderungen kinderfreundlich gestaltet werden. Dies zeigen die Erfahrungen der inzwischen 1.700 Unternehmen, die sich im Unternehmensnetzwerk 'Erfolgsfaktor Familie' mit dem Bundesfamilienministerium zusammengetan haben. Im Zusammenspiel mit familienbewussten Arbeitsstrukturen steht auch eine flexible, hochwertige
Kinderbetreuung, in der Kinder früh gefördert werden und die Eltern ermöglicht, ihrer Arbeit konzentriert nachzugehen. Der Ausbau der familienunterstützenden Dienstleistungen gibt den Familien den Spielraum, bei zeitraubenden Alltagsaufgaben Entlastung zu finden, um mehr Zeit mit ihren Kindern zu gewinnen.", so Ursula von der Leyen.

Der "Nationale Aktionsplan für ein kindergerechtes Deutschland 2005 - 2010" (NAP) geht auf den Weltkindergipfel der Vereinten Nationen in New York im Jahr 2002 zurück. In der Folge hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Nichtregierungsorganisationen den Alltag in Deutschland kritisch und konstruktiv auf Kinderfreundlichkeit geprüft als Grundlage für den NAP. Eine Zwischenbilanzzum NAP wurde heute veröffentlicht. Um den Nationalen Aktionsplan für ein kindergerechtes Deutschland in die Praxis umzusetzen und an bereits erreichte Erfolge anzuknüpfen, startet das Bundesfamilienministerium nun die Initiative "Für ein kindergerechtes Deutschland". Ziel ist, die politische und öffentliche Aufmerksamkeit für Kindergerechtigkeit zu erhöhen, Aktivitäten auf Bundes-, Landes- und vor allem auch auf kommunaler Ebene anzustoßen und ein starkes Netzwerk aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft zu knüpfen.

* Städte und Kommunen erhalten Unterstützung für ihre vielfältigen Vorhaben für mehr Kindergerechtigkeit.

* Im Bereich Kindergerechtigkeit engagierte Personen und Initiativen schaffen eine gemeinsame Plattform für Information, Austausch und Beratung.

* Kinder und Jugendliche beteiligen sich mit einem Projekt des Deutschen Bundesjugendrings intensiv an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans für ein kindergerechtes Deutschland.

Das Webportal www.kindergerechtes-deutschland.de  wird fortlaufend ausgebaut, eine
Projektdatenbank stellt gute Beispiele vor und das Servicebüro der Initiative berät Verantwortliche aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft zu allen Fragen der Vernetzung, des Projektmanagements und der Kommunikation.

Erste Meilensteine auf dem Weg zu mehr Kindergerechtigkeit konnte das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit anderen Ministerien, mit den Ländern und Kommunen bereits setzen:

* Unter dem Motto "Nur wer was macht, kann auch verändern!" fördert das Bundesfamilienminsterium in einem Aktionsprogramm mit der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Deutschen Bundesjugendring die aktive Einbindung von Kindern und Jugendlichen in gesellschaftliche Entscheidungsprozesse.

* Beim wirksamen Kinderschutz ist das Bundesfamilienministerium auf das Engagement der Kommunen angewiesen. "Zukunft für Kinder in Düsseldorf" ist eines von vielen beispielhaften Präventionsprojekten. Hier vernetzen sich Kliniken, Kinderärzte, Hebammen, soziale Dienste und Kindertageseinrichtungen und bieten Eltern in belasteten Lebenslagen frühe Hilfen an.

* Mit der "Qualifizierungsinitiative Kinderbetreuung" für Erzieherinnen, Erzieher und für Tagespflegepersonen und der "Qualitätsoffensive für frühkindliche Bildung und Förderung" flankiert das
Bundesfamilienministerium wichtige Aktivitäten der Länder im Bereich der Frühförderung.

* Die Initiative der Bundesregierung "Leben hat Gewicht - gemeinsam gegen den Schlankheitswahn" stärkt unter anderem die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen und schützt sie vor Magersucht verherrlichenden Internetseiten.

* In über 500 Mehrgenerationenhäusern kommen täglich rund 90.000 Menschen jeden Alters zum Essen, zum Austausch und zu gemeinsamen Aktivitäten zusammen. Offene Treffs sind das Herzstück der Mehrgenerationenhäuser und ergänzen und stärken familiäre Strukturen. (BMFSFJ)

*** Europa***

Frankreich übernimmt EU-Präsidentschaft

Frankreich hat am 1. Juli von Slowenien  turnusgemäß die Präsidentschaft der Europäischen Union übernommen. Präsident Nikolas Sarkozy hat für das nächste halbe Jahr ein ehrgeiziges Programm vorgelegt. Vorrangiges Ziel wird es allerdings sein, den Vertrag von Lissabon zu ratifizieren. Dabei gilt es, eine Lösung nach dem irischen Nein zu finden. Dies soll bis zum nächsten Treffen der Staats- und Regierungschefs im Oktober geschehen.

Schwerpunkte der französischen Präsidentschaft
Frankreich will eine gemeinsame Einwanderungspolitik der EU und die EU-Pläne für ein gemeinsames Asylrecht vorantreiben. Die EU soll ihre Außengrenzen besser überwachen und illegale Einwanderer schnell abschieben. Die Zuwanderung soll besser gesteuert werden, zum Beispiel durch eine engere Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern.

Darüber hinaus will Frankreich die Verteidigungspolitik der EU intensivieren. Dazu sollen eine EU-Eingreiftruppe, gemeinsame Lufttransporter, ein Flugzeugträgerverband und ein echter Planungsstab in Brüssel gehören. Die EU soll militärisch autonom agieren können.

Mittelmeerunion gründen
Ein besonderes Anliegen von Präsident Sarkozy ist die Gründung der Mittelmeerunion, die am 13. Juli in Paris erfolgen soll. Sie soll die 27 EU-Mitgliedsländer sowie die anderen 17 Mittelmeeranreinerstaaten umfassen.

In die französische Präsidentschaft fällt die sogenannte Gesundheitsüberprüfung (Health Check) der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Weitere Themen sind Klimaschutz und Artenschutz. Umweltfreundliche Produkte sollen billiger und umweltbelastende teurer werden. (Bundesregierung)


Sprachenvielfalt für ein tolerantes Europa unerlässlich
In Europa sind neun Sprachen fast ganz ausgestorben, 26 weitere stark bedroht

Anlässlich des 10. Jahrestages der Zustimmung Deutschlands zur Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen erklärt der kultur- und medienpolitische Sprecher der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen (Bönstrup) MdB: Alle zwei Wochen stirbt irgendwo auf unserer Welt eine Sprache. Über 3000 Sprachen sind weltweit vom Aussterben bedroht. In Europa sind neun Sprachen fast ganz ausgestorben, 26 weitere stark bedroht. Mit dem schleichenden Sprachentod gehen einher: kulturelle Verarmung, der Verlust traditionellen Wissens, der Kommunikation, der Identität überhaupt. Der Erhalt sprachlicher Vielfalt, der Schutz von Minderheiten- und Regionalsprachen muss daher auf der politischen Agenda eine wesentliche Rolle spielen.

Durch Gesetz vom 9. Juli 1998 hat der Deutsche Bundestag der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen zugestimmt. Deutschland hat sich damit als eines der ersten Länder zum Schutz und zur Förderung seiner nationalen Regional- und Minderheitensprachen verpflichtet: Niederdeutsch, Sorbisch, Friesisch, Romanes und Dänisch. Ihre Pflege und Förderung obliegen zu allererst den Ländern, wobei Schleswig-Holstein als fünfsprachiges Bundesland eine herausragende Vorreiterrolle einnimmt. Doch auch der Bund beteiligt sich intensiv an der Förderung von Minderheiten und
Regionalsprachen: Im Jahre 2008 wurden dafür insgesamt von Seiten des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien rund 10 Millionen Euro aufgewendet, ein unverzichtbarer Beitrag der den Respekt vor unserer sprachlichen Vielfalt und den Trägern dieser Sprachen bezeugt.

Doch auch wenn vieles vertraglich und gesetzlich geregelt ist - Sprachgebrauch in Kindergärten und Schulen, in Gottesdiensten, in staatlichen und kommunalen Verlautbarungen, in den Medien, im Justizwesen und im Gesundheitsdienst - für das Überleben der Sprachen wird entscheidend
sein, dass sie tatsächlich im Alltag gesprochen und weiterentwickelt werden. Die Übersetzung von Populärliteratur, wie der Asterix-Bände oder Harry Potter ins Plattdeutsche, ist ein wesentlicher Schritt, wieder Menschen für diese Sprache zu gewinnen.

Notwendig ist eine zwischen Bund, Ländern und Kommunen abgestimmte und ressortübergreifende Förderung der Kulturen der autochthonen Minderheiten. Z. B. ein bundesdeutscher Theater- oder Literaturpreis, der die Kunst und Kultur der nationalen Minderheiten oder des Niederdeutschen würdigt. Dies würde auch die Ernsthaftigkeit der Politik unterstreichen, sich neben dem Erhalt des kulturellen Erbes auch für die übergeordnete Bedeutung der Bewahrung von Minderheitensprachen einzusetzen: Toleranz und Offenheit für andere Kulturen, innerstaatliche Verständigung und Integration. Die Vermittlerfunktion von Sprache zu stärken, ist in einem Europa der Regionen, das ethnische Ausgrenzung ablehnt, unerlässlich. (CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag)

KOCH-MEHRIN: "Say No" - Kampf gegen Kindesmissbrauch

Am 27. Juni 2008 startete die Online-Petition "Say No" unter www.sayno.eu zum Kampf gegen Kindesmissbrauch. Ziel ist es, dem international organisierten Verbrechen auf internationaler Ebene  mit verbesserten Möglichkeiten zu begegnen. Deswegen fordert die Petition mehr Einfluss und Mittel für Europol, eine international bessere Verfolgung von Tätern sowie die Aufnahme von Verdächtigen ins Schengener Informationssystem. Initiiert wurde die Petition von den Liberalen im Europaparlament gemeinsam mit mehreren Nicht-Regierungsorganisationen (Terre des Hommes, Plan, ECPAT
International, Save the Children). Bereits 7704 engagierte Europäer  haben in den ersten vier Tagen unterschrieben. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) und Vorsitzende der FDP im Europaparlament, DR. Silvana KOCH-MEHRIN,
erklärt dazu:
"Gewalt an Kindern und sexueller Missbrauch sind die größten Verbrechen. Die Täter haben Kindesmissbrauch längst als internationales Business ausgebaut. "Say no" ist ein wichtiger Schritt, international  besser dagegen vorzugehen. Wenn mehr als eine Million Europäer "Say No" unter
www.sayno.eu ihre Stimme geben, kann auf europäischer Ebene mit der entsprechenden Gesetzgebung begonnen werden." (FDP)

Gestaltung einer neuen Umwelt-Webseite für Jugendliche - Ihre Meinung ist erwünscht!

Während des Monats Juli sind junge Europäer und deren Lehrer dazu aufgefordert Ihre Meinung zur Neugestaltung der EU Umwelt-Website für Jugendliche zu äußern. Die Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission, die für diese Initiative verantwortlich ist, startet am 7. Juli eine Umfrage, welche Vorschläge für die Änderung von Layout, Struktur, Inhalt und Anwendungen der bestehenden Environment for Young Europeans (EYE) Webseite bewerten soll (http://ec.europa.eu/environment/youth/index_en.html).

Das Projekt zur Bewertung und Neugestaltung der EYE Webseite läuft seit Februar 2008. Bislang hat die Europäische Kommission Empfehlungen von über 1000 Schülern und rund 100 Lehrern aus 10 europäischen Ländern gesammelt. Auf Basis dieser Resultate wir im Juli eine weitere Umfrage gestartet, um herauszufinden, wie die vorgeschlagenen Änderungen von Schülern und Lehrern
bewertet werden.

Der Online-Fragebogen wird in den Mitgliedsstaaten auf zahlreichen Webseiten für Jugendliche beworben und ist außerdem über den Projekt-Blog http://www.eyeproject2008.blogspot.com zugänglich. Es dauert weniger als 10 Minuten den Fragebogen auszufüllen. Schüler (11 bis 16 Jahre alt) und Lehrer werden dazu aufgefordert ihre Meinung zur künftigen Struktur der Webseite, dem Inhalt, interaktiven Elementen, Anwendungen und Spielen abzugeben. Die Ergebnisse werden dazu verwendet eine neue EYE Webseite aufzubauen, die den Anforderungen und Erwartungen der Zielgruppen entspricht - Europas Jugendlichen und Lehrern. Abgesehen davon, dass sie Einfluss auf die Zukunft der EYE Webseite nehmen und an einem europaweiten Projekt mitmachen können, haben die teilnehmenden Schüler auch die Chance einen der folgenden Preise zu gewinnen:

Ein Teleskop
Die Möglichkeit rund 4000 Quadratmeter Regenwald zu adoptieren Abonnements für das National Geographic Magazin in der Sprache ihrer Wahl und viele weitere attraktive Preise!

Schüler zwischen 11 und 16 Jahren alt und Lehrer sind dazu eingeladen den Fragebogen auszufüllen und ihre Meinung abzugeben! Die Umfrage läuft bis 30.Juli 2008.

Kontakt:
Peter Strempel
Gellis Communications S.P.R.L.
Rue des Echevins, 80
B-1050 Brussels - Belgium (map)
Web Site http://www.gellis.com


***Jugendverbandsarbeit***

Partizipation in Jugendverbänden - Schriftenreihe zu Jugendbeteiligung erschienen

Wer beteiligt sich eigentlich in Jugendverbänden und -ringen? Was erlernen junge Menschen bei ihrem Engagement? Was sind ihre Motivationen, wie lassen sie sich „locken“? Und welche Auswirkungen haben diese Aktivitäten auf das spätere Erwachsenenleben? Wie lassen sich Jugendliche aus prekären
Lebensverhältnissen für Engagement gewinnen? Die gerade erschienene Ausgabe der Schriftenreihe des Deutschen Bundesjugendrings dreht sich um diese Fragestellungen. Vertreter/innen aus Jugendverbandsforschung und -praxis beleuchten das Thema „Jugendpartizipation“ von allen Seiten.

Die zweite Hälfte der Schriftenreihe ist gefüllt mit vielfältigen Praxisbeispielen. Zu den verschiedensten Themen werden Jugendliche selbst aktiv: Ob beim Klimaschutz, Kommunalwahlen oder Kinderrechten - junge Menschen sind dabei. Ob nun in Diskussionen mit Fachleuten, Treffen mit Politiker/innen oder in der Generalversammlung der Vereinten Nationen - überall wird Jugendbeteiligung sichtbar.

Die 100-seitige Publikation ist innerhalb des Aktionsprogramms für mehr Jugendbeteiligung erschienen. Hinter dem Aktionsprogramm stehen drei Partner: das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Bundeszentrale für politische Bildung und der Deutsche Bundesjugendring. Die Broschüre kann kostenlos über die Geschäftsstelle des DBJR bestellt werden: info@dbjr.de; Tel.: 030 / 400 404 00

Weitere Informationen zum Aktionsprogramm für mehr Jugendbeteiligung gibt es unter www.dbjr.de oder www.du-machst.de  (DBJR)

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Weitere Informationen aus der Landjugend gibt es unter www.landjugend.de oder www.laju.de.
Falls Sie diesen Newsletter in Zukunft nicht mehr erhalten wollen, schicken Sie bitte eine E-Mail mit dem Stichwort "Jugendpolitischer Newsletter" an info@landjugend.de.

Herausgeber: Bund der Deutschen Landjugend, 2008

 

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