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CEJA

Europäischer Rat der Junglandwirte

Der CEJA  - Conseil Européen de Jeunes Agricultures  - vertritt die Interessen der Junglandwirte auf europäischer Ebene. Dem Rat der Junglandwirte gehören gegenwärtig Landjugendverbände aus 19 europäischen Ländern an, darunter der BDL.

Bei der Hauptversammlung im Mai 2005 wurde der CEJA-Vorstand neu gewählt. Präsident wurde Giacomo Ballari aus Italien. Einer der vier Vize-Präsidenten ist der ehemalige  BDL-Vorsitzende Erik Jennewein.  Der CEJA vertritt die politischen und ideologischen Interessen von rund einer Million JunglandwirtInnen und setzt sich aktiv für die Zukunft der Landwirtschaft ein. Er dient als Kommunikations-Forum für den Dialog zwischen den JunglandwirtInnen aber auch zwischen den JunglandwirtInnen und der Politik sowie zur Information über Ländergrenzen hinweg.
Mehr Infos unter: www.ceja.org.

Innovative junge LandwirtInnen gesucht

„Wir suchen die innovativsten JunglandwirtInnen im Land. Bis zum 12. September müssen die Bewerbungen bei uns sein. Also fackelt nicht lange und macht mit beim europaweiten Wettbewerb, den CEJA - der Europäische Rat der Junglandwirte - ausgeschrieben hat“, ruft Johannes Scharl, stellvertretender Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL), alle jungen AgrarierInnen auf.

Als CEJA-Mitglied kann der BDL fünf deutsche LandwirtInnen bzw. Zusammenschlüsse junger LandwirtInnen für den europäischen Innovative Young Farmers Award 2008 vorschlagen. Allerdings darf niemand der Vorgeschlagenen älter als 40 Jahre sein, heißt es in den Teilnahmebedingungen.

Die größten Gewinnchancen haben junge AgrarierInnen, die Unternehmertum und gesellschaftliche Erwartungen in ihrer landwirtschaftlichen Tätigkeit so verknüpfen, dass möglichst viele positive Synergien entstehen. „Wer mit wettbewerbsorientiertem Denken und nachhaltigem Handeln neue Wege gefunden hat, um sein Einkommen in der Landwirtschaft zu erwirtschaften, sollte diese Gelegenheit nicht verstreichen lassen“, ermutigt Johannes Scharl potenzielle BewerberInnen.

Die Bewerbungsunterlagen für den CEJA-Wettbewerb müssen bis spätestens 12. September 2008 ausgefüllt beim BDL eingehen - per Mail an info@landjugend.de; per Post an BDL, Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin.

In Brüssel entscheidet eine hochkarätig besetzte Jury über den oder die PreisträgerIn. Diese/r wird im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50. CEJA-Jubiläum ausgezeichnet: am 6. November 2008 in Rom. – Mit  dem europaweiten Wettbewerb will CEJA innovative Landwirtschaftsprojekte, die nachhaltig und wirtschaftlich zugleich sind, ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Erstmals hatte der Verband vor zwei Jahren den „Innovativsten Junglandwirt Europas“ gekürt. Der Ungar Peter Papp profitiert bis heute von der Auszeichnung und gibt der europäischen Landwirtschaft ein modernes wie junges Gesicht. 

Teilnahmebedingungen für den "Innovative Young Farmers Award 2008"

  • Am  Wettbewerb können alle jungen LandwirtInnen teilnehmen, deren Alter 40 Jahre nicht überschreitet.
  • Landwirte und Landwirtinnen können sich sowohl als Einzelpersonen, als auch in der Gruppe bewerben. Dabei ist egal ob sie im Haupt- oder Nebenerwerb LandwirtInnen sind.
  • Mit der Umsetzung der innovativen Projekte, die im Mittelpunkt der Bewerbung stehen, darf längstens vor fünf Jahren begonnen worden sein. Unternehmungen, die zum Zeitpunkt der Bewerbungen noch nicht voll einsatzfähig sind,  können Gegenstand der Bewerbung sein, wenn sie diesen Zustand binnen eines Jahres erreichen.

Oder in Englisch:
Conditions for participation:


- The competition is open for all young farmers in Europe (farmers until the age of 40 years old).
- Individual farmers and groups of farmers (part time and full time farmers) can apply.
- The proposed innovative project has to be a recent realisation, started maximum 5 years ago. Projects which are not fully operational at the moment of signing up can be nominated under the condition that the project is fully operational within the year.

„Europas Landwirtschaft im Jahr 2020“

BDL-Pressemitteilung zum Zukunftskongress der europäischen JunglandwirtInnen
"Für konkrete Ergebnisse, die für jedeN greifbar auf der Hand liegen, ist es zu früh. Aber wir haben uns beim Zukunftskongress der europäischen jungen LandwirtInnen auf eine gemeinsame Erklärung geeinigt. Damit haben wir auf europäischer Ebene eine Basis, auf die wir unser Handeln ausrichten können“, so Erik Jennewein, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend. Drei Tage lang tagten junge LandwirtInnen und ExpertInnen aus 16 Ländern in Mainz, um sich für „Europas Landwirtschaft im Jahr 2020“ fit zu machen.

Die gemeinsame Acht-Punkte-Erklärung widmet sich den Chancen und (Heraus)Forderungen des Agrarsektors. „Anbaumethoden ändern sich recht langsam. Das macht es schwierig, mit den sich ständig wandelnden und unstabilen Märkten Schritt zu halten“, konstatieren die jungen LandwirtInnen. Um die daraus erwachsenden Risiken zu minimieren, braucht es ein Krisen- und Management-System, das entwickelt und genau auf die europäischen Erfordernisse abgestimmt werden muss, heißt es darin.

Die jungen AgrarierInnen betonen auch die Notwendigkeit des direkten Kontakts mit dem Markt. Zugleich böte die Zusammenarbeit mit Vereinigungen von KöchInnen, über UmweltschützerInnen bis zu den VerbraucherInnen den LandwirtInnen die Chance, geeignete Unternehmensstrategien zu entwickeln. Jennewein zufolge gibt es in diesem Zusammenhang u.a. zwei Wege, um landwirtschaftliche Unternehmen auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu halten. „Die Spezialisierung und Intensivierung der Betriebe über eine nachhaltige Bewirtschaftung - also Wachstum über Größe - ist eine Möglichkeit.

Die kreative Weiterentwicklung in andere Wirtschaftszweige und Märkte die andere.“ Immer wieder wurde in der Mainzer Diskussion der jungen Agrar-Fachleute deutlich, dass die Wege, die zum Erfolg führen, so unterschiedlich sind wie die landwirtschaftlichen UnternehmerInnen selbst. 
 
Einer der acht Punkte der in Mainz erarbeiteten Erklärung beschäftigt sich mit Landschaftspflege und -schutz durch die LandwirtInnen, die diese zu ihren Aufgaben zählen. Gerade in benachteiligten Gebieten (z.B. Hang- und Randlagen) bedürfte die Landwirtschaft weiter der Unterstützung. Bislang wird die Pflege und Offenhaltung der Landschaft noch weitgehend von der Agrarwirtschaft übernommen und ist quasi ein kostenloser Nebeneffekt. „Die Anbaumethoden haben sich geändert. Die Pflege bestimmter Flächen ist unwirtschaftlich und kann von einem Landwirt, der auf dem Weltmarkt bestehen muss, auf Dauer nicht kostenfrei angeboten werden“, heißt es in der Erklärung. Der Hintergrund: Durch den Strukturwandel werden immer weniger landwirtschaftliche Flächen genutzt. Der Reiz der historisch gewachsenen Kulturlandschaft - Wechsel von Wald, Feld und Wiese - geht verloren, wenn sie nicht mehr „beackert“ wird.

Neben diesen beiden bereits genannten Punkten haben die jungen LandwirtInnen in Übereinstimmung mit dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss weitere sechs Punkte erarbeitet, die für ihre Zukunft als AgrarierInnen von besonderer Bedeutung sind. Darin geht es beispielsweise um die Landwirtschaft als Bestandteil der europäischen Kultur und Identität sowie der soziokulturellen Entwicklung des ländlichen Raumes, um die Möglichkeiten der Kennzeichnung europäischer Qualitätsprodukte und den Dialog mit der Gesellschaft.

Immer wieder wird auch in der Erklärung deutlich, dass nur das landwirtschaftliche Unternehmen erfolgreich überleben kann, das sich am besten auf die Bedingungen der Umgebung einstellt. „Jede/r Unternehmer/in muss für sich entscheiden, wie sein Betrieb mit den neuen Herausforderungen umgeht.“ Dazu sei lebenslanges Lernen erforderlich. Zu einem ähnlichen Schluss war der Bund der Deutschen Landjugend gekommen, als er sich mit der Zukunft des Agrarsektors beschäftigt hatte. In der Publikation „Landwirtschaft 2015“ benennt der größte Jugendverband im deutschen ländlichen Raum die Anliegen junger Menschen an die Agrarwirtschaft der Zukunft. Diese Broschüre lässt sich im Internet unter http://bdl.landjugend.info/land_wein_region/landwirtschaft/landwirtschaft_2015.html herunterladen.

Der Zukunftskongress 2020 der europäischen JunglandwirtInnen endete mit Betriebsbesichtigungen im Mainzer Umland. Die Fachtagung war eine Kooperation von BDL, dem Europäischen Rat der JunglandwirtInnen sowie dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und wurde vom Landwirtschaftministerium Rheinland-Pfalz und dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt.


Acht-Punkte-Abschluss-Erklärung

CEJA / EESC Joint Declaration, Mainz, Germany 18 March 2006
At the joint conference of the European Economic and Social Committee (EESC) and the
European Council of Young Farmers (CEJA), held in Mainz, Germany on 16 to 18 March 2006,
Europe’s young farmers and members of EESC reflected on ‘The agricultural sector by 2020’. At
the end of the conference the participants from the two organizations approved the following joint
statement:

1. European agriculture is part of our common European culture and identity. It is based on a complex of traditional economic, social, environmental and cultural values without which our continent would be much poorer. To us Europeans, the term "culture" means variety and quality. It is obvious that the European countryside varies, and so does its food production. European agricultural products are hugely diverse, and Europe would be much poorer without our different cuisines and food products. The European Union must exploit this variety in its relation to third countries.

2. Agriculture contributes to the socio-cultural development of rural areas. European citizens benefit from the existence of agriculture and forestry, which are the main land users and play a key role in the management of natural resources in rural areas. Agriculture and -particularly in certain countries and regions - forestry shape the rural landscape and create diversity through the wide variety of agricultural structures and farming types in the EU. Production of typical local products helps to maintain traditional European customs and traditional and cultural facets of rural areas. Direct sale and agro-tourism help increase tourist flows to rural areas, a tool for stimulating growth and creating employment in the EU’s rural areas.

3. The food sector undoubtedly needs to become better at producing for the market. Many consumers would like more food safety and to be better able to choose products in terms of variety and quality. They also wish to have information about the methods of production and processing that are used. However, it is difficult for the consumer to make an informed choice in retail outlets. The origin of food products - as well as the production and processing methods - is often indicated on the label of the raw material, but rarely on that of processed products. Young European farmers and the entire food sector, in collaboration with other organizations, must start looking into the possibility of an internationally recognized labeling system. Such a tool can help the consumer choose a product that has been produced, processed and sold respecting the social, environmental and animal welfare standards set in the EU or in accordance with even stricter, national or regional standards.

4. Farming methods evolve slowly, making it difficult to follow and adapt to changing and unstable markets. In order to minimize the risks inherent in this, crisis and risk management systems (such as yield or income guarantee schemes) must be developed and fine-tuned at European level, and certain rules for the organization of the production remain necessary for the stability and competitiveness of the agricultural markets. However, farmers also need to maintain as much direct contact with the market as possible but should continue to expand cooperation with other groups such as associations of cooks, consumer organizations, environmental and animal welfare organizations etc. The young farmers must work closely with such groups among others when defining their business strategies. The young farmer must also work closer with the agro-industrial industry and the large retail sector to decide upon a fair division of the added value, in particular through contractual agreements. Taken together, these approaches should contribute to a more rentable production of foodstuffs.

5. Once upon a time it might have been true that man made-landscapes, biodiversity and a largely intact environment were services that could be delivered almost free of charge by farmers alongside their production of agricultural goods. But agricultural production methods have changed. It is no longer possible for the individual farmer who has to compete in a global reality also to provide environmental and social services free of charge. Continuing to offer agricultural support, in a European framework, to those farmers that supply these services is therefore a key element to ensure that Europeans can continue to enjoy the positive externalities that European agriculture provides . At the same time this can help avoid a structural collapse of the farming sector with its negative effects, not only for employment but also for upkeeping a living countryside starting with EU's upland, island and outlying regions.

6. Improved competitiveness must be brought about in such a way that economic growth is being accompanied by the development of a sector that continues to keep its diversity, its beauty and its ability to protect from natural hazards, and at the same maintain employment in rural areas. As a result the European Community support must be maintained as a tool to promote the important innovation process with a view to creating economic and socially sustainable development , in particular within new areas like, for instance, bioenergy.

7. Conscious of the fact that all sectors and all businesses continuously need to modernize to follow trends in society, Charles Darwin had a point when he said that the ‘fittest will survive’. The organism that best fits its environment had the best chance of survival; and the same applies to tomorrow’s agricultural sector; the farm best fitted to its natural environment will be the farm most likely to survive. It is for the individual farmer to decide how best to fit the farm to the new challenges and the most fit to take this challenge is the young generation. However, society can help the young generation to become fit. Technological progress, relevant research, life long learning, innovative guidance, and facilitating the passing over from one generation to the next are tools that can help the young farmer become fit.

8. The CEJA and the EESC consider that the present co-operation must be maintained and reinforced in order to support this innovation process It is of interest for society to maintain dialogue with farmers and for farmers to maintain dialogue with society in this transition process towards a future presenting opportunities to exploit for the sector.