GMO Wein
Jungwinzer-Förderung nicht nur Ländersache Enttäuscht hat der Bund der Deutschen Landjugend die Diskussion im Agrarausschuss des Deutschen Bundestages Ende vergangener Woche zur Kenntnis genommen. Es ging um die Umsetzung der Gemeinsamen Marktordnung (GMO) Wein. Allerdings setzte sich dort nur die FDP-Fraktion für eine bessere Förderung der jungen WinzerInnen ein.
„Die VertreterInnen der Koalition haben es sich leicht gemacht. Sie haben das FDP-Engagement abgewiegelt. Ihr Argument: Die Förderung falle in die Zuständigkeit der Länder. Aber das entbindet die Bundesregierung doch nicht von der Pflicht, sich für die junge Winzergeneration, für die Zukunft des deutschen Weinbaus stark zu machen“, stellt der BDL-Vorsitzende Gunther Hiestand klar.
Darum hat sich der BDL jetzt in einem Offenen Brief an die Abgeordneten der Koalition im Agrarausschuss gewandt. Darin heißt es u.a.: „Aus unserer Sicht unterstützt die GMO Wein den jungen Berufsstand im Weinbau noch zu wenig. Deshalb setzen wir uns seit längerem für spezielle Maßnahmen zur Förderung von Jungwinzern und Jungwinzerinnen im Rahmen der Umsetzung der GMO Wein ein. Wir haben entsprechende Vorschläge mit der Bitte an Sie herangetragen, diese sowohl auf Länder- als auch Bundesebene zu berücksichtigen... Doch unsere Ideen werden abgeblockt und wir werden auf die Länder verwiesen. Es ist erschreckend, dass die Bundesregierung sich kaum für die Belange der jungen Betriebsleitergeneration zu interessieren scheint.“
Abschließend fordert der BDL die EntscheidungsträgerInnen der Politik auf Bundes- und Länderebene auf, die Anliegen des jungen Berufsstandes in der weiteren Diskussion und Umsetzung der GMO Wein im Sinne eines zukunftsfähigen wettbewerbsstarken Weinbaus zu berücksichtigen.
Den offener Brief des BDL zur Umsetzung der nationalen Stützungsprogramme im Rahmen der GMO Wein steht in der rechten Spalte zum Download zur Verfügung. Gleiches gilt auch für die konkreten Vorschläge des BDL, mit denen die Investitionsförderung der Betriebe junger WinzerInnen sowie die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Weinwirtschaft entscheidend verbessert werden können.
![]() BDL zur Reform der gemeinsamen Marktorganisation für Wein (GMO Wein)Ein Kernelement der Reform der EU-Weinmarktorganisation ist die Einführung nationaler Stützungsprogramme, finanziert aus einem nationalen Finanzrahmen. Im Rahmen der Umsetzung der neuen GMO Wein fordert der Bund der Deutschen Landjugend spezielle Fördermaßnahmen für Jungwinzerinnen und Jungwinzer. Der BDL hat dazu konkrete Förderungsmaßnahmen und Rahmenbedingungen vorgeschlagen, die vor allem für die Ausgestaltung des Artikels 13a "Investitionen" von Bedeutung sind. Durch entsprechende Investitionsförderungen der Betriebe von jungen WinzerInnen kann die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Weinwirtschaft entscheidend verbessert werden.
Nach Ansicht des Bundes der Deutschen Landjugend sollte die Jungwinzerförderung im Rahmen der GMO Wein folgende Bestandteile aufweisen:
- Vorrang für Investitionen für Hofnachfolger bis 35 Jahren und Existenzgründer bis 35 Jahren
- die Unterstützung sollte dienen:
- der Erhöhung der betrieblichen und regionalen Wertschöpfung
- der Optimierung der Produktions- und Arbeitsbedingungen
- der Rationalisierung und Senkung der Produktionskosten
- Unterstützung von Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit:
- Kooperationen von Winzerbetrieben sowie Kooperationen von Winzerbetrieben mit regionalen Akteuren verschiedener Bereiche
- Erzeugerzusammenschlüsse
- Gemeinschaftsmaßnahmen
- Einkommenskombinationen
- Qualitätsverbesserung
- Bauliche Anlagen sowie Erweiterung und Umgestaltung des Betriebes
- Innovationen in Produkt- und Marketingstrategien
- Anschaffungen von Maschinen, Geräten und Anlagen (einschließlich gebrauchte Maschinen, Geräte und Anlagen)
- Beratungen, z.B. betriebswirtschaftlicher Art (mit Förderung von 40 %)
- Förderung des Weintourismus`
Auf der Ebene der Weinbau treibenden Bundesländer werden derzeit die Länderförderprogramme ausgearbeitet. In der Summe aller Programme der einzelnen Bundesländer ergibt sich daraus das deutsche Förderprogramm. Dieses nationale Stützungsprogramm beinhaltet insbesondere die Stärkung der Absatzförderung in Drittländer, die Umstrukturierung bzw. Umstellung von Rebflächen, eine Ernteversicherung, ein Investitionsprogramm und die Förderung der Verwendung von RTK zur Anreicherung. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Unterstützung von jungen WinzerInnen sollten hier nach Ansicht des Bundes der Deutschen Landjugend berücksichtigt werden.
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