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Lust auf Landwirtschaft

Die Multivisionsshow zur Landwirtschaft
Die Multivisionsshow zur Landwirtschaft war ein Projekt, das im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) gemeinsam vom Bund der Deutschen Landjugend (BDL) und der BUNDjugend, der Jugend des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) durchgeführt wurde.

Für wen?
Die Multivisionsshow wurde konzipiert für SchülerInnen der 7. bis 10. Jahrgangsstufe der Schulformen Gymnasium, Realschule, Hauptschule und Gesamtschule. Ziel war es, den Schülern Informationen über die Landwirtschaft zu vermitteln. Dazu wurde das besondere Medium der Multivision genutzt. Nach der Aufführung der Show besuchten die Schüler eine Ausstellung mit Spielgeräten und Exponaten zur Landwirtschaft. In einem Quiz konnten die Schüler das Gelernte bereits nutzen, um Preise zu gewinnen.

Ziel war es, den SchülerInnen Hintergründe, Zusammenhänge und Fakten über den konventionellen und ökologischen Landbau zu liefern und sie dazu anzuregen, sich mit der eigenen Ernährung auseinander zu setzen und das eigene Konsumverhalten zu überdenken. Sie sollten bestehende Vorurteile zur Landwirtschaft abbauen und zu einem positiven Image der Landwirtschaft beitragen. Es sollte die "Lust auf Landwirtschaft" geweckt werden.

Multivisionsshow - Was ist das überhaupt?
Eine Multivisionsshow ist im Grunde genommen ein besonders gestalteter Videofilm. Er wird, wie im Kino, auf einer Großbildleinwand vorgeführt. Magisch schöne Bilder, ansprechende Texte, Sound- und Bildeffekte in einer einzigartigen Komposition vereint, lassen Emotionen wach werden und sollen bei den Schülern Lust auf Landwirtschaft machen. Dramaturgisch erarbeitete Inhalte erzeugen die starke Wirkung der Multivisionsschau. Das aussagekräftige Bildmaterial wurde aus Archiven der ganzen Welt unter künstlerischen Aspekten zusammengetragen und zu einem Gesamtwerk vereint. Die technisch aufwendige und beeindruckende Präsentation schafft eine besondere Qualität dieser Schau - lehrreich, aufrüttelnd und unterhaltsam.

 

Verlauf der Tour
Am 20.01.2003 stellte Bundesministerin Renate Künast auf der Grünen Woche, Halle 26 (Jugendevent-Halle) die Multivisionsshow zur Landwirtschaft vor. Mit dabei waren Erik Jennewein, damaliger BDL-Vorsitzender und Sören Janssen (BUNDjugend). Die Veranstaltung wurde moderiert von Mola Adebesi.

Nach diesem offiziellen Start besuchten zwei Teams mit den Ausstellungs-Trucks ca. 500 Schulen in ganz Deutschland. Dabei wurden ca. 270.000 erreicht.

Was passierte vor Ort an den Schulen?
Die Veranstaltung an den Schulen starteten in der Regel mit der ersten Schulstunde. Das Tour-Team hatte die Ausstellung und die Aufführung der Show vorbereitet. Die Schüler wurden in den Aufführungssaal an den Schulen geleitet. Es wurd dunkel. Der Raum wurde erfüllt von Musik und strahlendem Licht brillanter faszinierender Bilder. Die SchülerInnen erkannten vieles wieder, was sie im Unterricht bereits gehört und angesprochen hatten. Denn die Multivisionsshow wurde inhaltlich im Unterricht mit bereitgestellten Unterrichtsmaterialien vorbereitet. Dann wurde es bildhaft verknüpft und anschaulich erklärt. Auftretende Fragen wurden im direkten Anschluss an die Schau von den Moderatoren beantwortet.

Die Schau wurde an einem Schulvormittag bis zu viermal präsentiert. Bei jeder Veranstaltung konnten 150 bis 200 SchülerInnen anwesend sein. Die Fachmoderatoren stellten den Bezug zum Thema her. Die SchülerInnen wussten aber ohnehin, worum es jetzt ging. Sie hatten im Unterricht bereits mehrfach das Thema angesprochen. Sie hatten sich auf diesen Tag vorbereitet.

Die Tour durch die Schulen in Deutschland wurde von der Agentur "Die Multivision" organisiert. Auf der Homepage der Agentur findet ihr Infos zu aktuellen Projekten "Klima & Energie", "Im Zeichen des Wassers" und zum "bio food project".

Die Ausstellung
Die SchülerInnen verließen die Multivision und waren über die Landwirtschaft und das Produktionssystem des ökologischen Landbaus informiert. In der Ausstellung wurde ihnen die Möglichkeit gegeben, an verschiedenen Installationen Erfahrungen zu machen. Das kognitiv aufgenommene Wissen wurde ergänzt und vertieft. Es wurden Schwerpunkte gesetzt, die in sensorisch interessanten Ausstellungsmodulen vorgestellt wurden. Die Jugendlichen machten unter anderem die Erfahrung, dass Landwirtschaft heute mit modernen Mitteln von spezialisierten Fachleuten betrieben wird.

Zusammenfassung des Drehbuchs der Show
Welche Essgewohnheiten haben Jugendliche, welche Einstellung haben sie zu ihrer Ernährung? Die Schau begannt mit diesem nahe liegenden Bezugspunkt zur Landwirtschaft. In Statements berichteten Jugendliche über ihre kulinarischen Vorlieben und machten sich Gedanken über deren Konsequenzen. Mit dieser Bestandsaufnahme ging die Schau mit den Jugendlichen „auf die Reise“, zunächst in die Geschichte der Landwirtschaft.

Die Pioniere des Landbaus entwickelten viele Techniken und Fertigkeiten, die heute noch oder wieder zur Anwendung kommen. Im Laufe der Zeit nahm das Wissen zu: Die modernen Landwirte konnten durch technische Errungenschaften und den Einsatz von chemisch synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln enorme Ertragssteigerungen erzielen. Die enormen Produktivitätszuwächse machten die Beseitigung der Nahrungsmittelknappheit möglich. Die Agrarpolitik forcierte diese Entwicklung durch Beihilfen und Abnahmegarantien.

Diese Erfolgsgeschichte der Landwirtschaft zeigte jedoch bald ihre Schattenseiten: Um kostengünstiger wirtschaften zu können, wurden die Betriebe immer größer. Durch die Verbilligung von Nahrungsmitteln verminderten sich die Gewinne der Landwirte. Kleinere Höfe bekamen Existenzschwierigkeiten und der Umweltschutz kam bei der intensiven Produktion oft zu kurz. Skandale in der Tierfutterindustrie, Maul- und Klauenseuche, BSE, Nitratbelastungen im Grundwasser, Rückgang der Artenvielfalt... die Liste der Umweltprobleme in der Landwirtschaft war lang.

Die Reaktionen der Politik auf die Unsicherheit der Verbraucher und die Herausforderungen des Umweltschutzes waren vielseitig: Neben der Einführung von genauen und ausführlichen Kontroll-, Kennzeichnungs- und Dokumentationsrichtlinien wurden vor allem zukunftsweisende Maßnahmen eingeleitet. So werden mittlerweile Umstellungen auf ökologische Wirtschaftsweisen gefördert, die Überproduktion eingedämmt und bestimmte Pflanzenschutzmittel verboten. Zur eindeutigen und sicheren Kennzeichnung von biologischen Produkten wurde das Biosiegel eingeführt.

Die wohl prominenteste aktuelle Entwicklung in der Landwirtschaft ist der Ökolandbau: Er berücksichtigt gleichermaßen Umweltschutzziele und den Wunsch nach gesunden Nahrungsmitteln. Der persönliche und gesellschaftliche Nutzen des Ökolandbaus wird von den Verbraucherinnen und Verbrauchern allerdings unterschiedlich bewertet. Doch Veränderungen in der Landwirtschaft funktionieren letztlich nur, wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher diese akzeptieren und unterstützen: Im Supermarkt und an der Ladentheke werden von jedem Einzelnen täglich wichtige Entscheidungen über die Zukunft der Landwirtschaft getroffen! Der Zusammenhang von Produktionsmethode und Preis der Lebensmittel spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Wie steht es um die Zukunft der Landwirtschaft? Wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen gilt es zu meistern, einige neue Perspektiven eröffnet dabei der Ökolandbau. Die Zukunft erfolgreich gestalten können jedoch nur die Verbraucherinnen und Verbraucher gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten.

Die Multivisionsshow vermittelte diese spannende Geschichte der Landwirtschaft und die uns heute gestellten Herausforderungen mit imposanten Bildern und leicht verständlichen Erklärungen. So trug die Show nicht nur zur umfangreichen Information über Landbau und Ernährung bei, sondern förderte auch ein bewusstes Verbraucherverhalten der Jugendlichen.

 

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Die Tour durch die Schulen in Deutschland wurde von der Agentur "Die Multivision" organisiert. Auf der Homepage der Agentur findet ihr Infos zu aktuellen Projekten "Klima & Energie", "Im Zeichen des Wassers" und zum "bio food project".