Berufswettbewerb der deutschen Landjugend
BWB 2009: Bundeszentrale Eröffnung am 05. Februar 2009 in CelleBWB 2007: Starkes Miteinander - starke Siege Spannendes Finale beim bisher größten Berufswettbewerb der deutschen Landjugend
(BDL) „Welche Meere verbindet eigentlich der Panamakanal, welche der Suezkanal?“ Diese und andere Fragen mussten die 140 jungen Frauen und Männer beantworten, die sich für den Bundesentscheid des Berufswettbewerbs der deutschen Landjugend qualifiziert hatten.
Neben dem Allgemeinwissen mussten sich die bundesweit besten angehenden JungwinzerInnen, Hauswirtschafterinnen, Land- und ForstwirtInnen sowie erstmals auch die TierwirtInnen auch beim Präsentieren, in der Berufstheorie und -praxis messen. Nach einem harten Wettkampf standen sie fest - die SiegerInnen im Bundesentscheid mit dem Motto „Grüne Berufe- Mit uns wächst die Zukunft!“
Genau 23 junge Landwirte und Landwirtinnen traten in der Sparte Landwirtschaft, Leistungsgruppe I an. Nur 40 Minuten hatten die Auszubildenden beispielsweise Zeit, um drei Milchkühe bzw. Zuchtschweine zu beurteilen. Dann mussten sie sich entscheiden und begründen, von welchem der Tiere sie weibliche Nachkommen kaufen würden. Sie transportierten mit dem Frontlader-Schlepper gefüllte Wasserbehälter - bewertet wurden u.a. Zeit und Wasserverlust. In dieser Sparte siegten in der Reihenfolge der Nennung: Thomas Hartmair (Bayern), Sönke Offermann (Niedersachsen), Steffen Roth (Rheinland-Pfalz), Jörn Tripmaker und Sören Ilper (beide Niedersachsen). ![]() ein Maissägerät mit Unterfußdüngung muss eingerichtet werden In der Landwirtschaft, Leistungsgruppe II - mit 30 FachschülerInnen - kontrollierten die Zweierteams u.a. einen Weizenschlag.
Im Geschicklichkeitsfahren ging es darum, mit dem Radlader einen heißen Draht so abzufahren, dass die Gabel den Draht nicht berührt. Allerdings waren dem/der FahrerIn die Augen verbunden. Seine/Ihre TeampartnerIn musste den/die FahrerIn einweisen. Die drei führenden Teams setzen sich wie folgt zusammen: Friedrich Rimmele und Stefan Wöllhaf (Baden-Württemberg) belegten den ersten, Christoph Bohner und Heiko Jäckle (Südbaden) den zweiten sowie André Bücker und Jens Weddeling (Nordrhein-Westfalen) den dritten Platz.
In der Hauswirtschaft ging es für die 15 jungen Frauen bei den Praxisaufgaben darum, aus dem Inhalt eines vorgegebenen Warenkorbes einen Frühlingsbrunch vorzubereiten und im Zweier-Team Blumenkästen für den Sommer zu bepflanzen. Stefanie Heitsch (Niedersachsen) gewann mit äußerst knappen Vorsprung vor Maria Forstner (Baden-Württemberg), Anja Meiners (Niedersachsen), Andrea Stettner (Bayern) und Dorthe Reimers (Schleswig-Holstein). ![]() Für die 17 JungwinzerInnen ging es im Praxisteil um die Aufgabe, im Team passendes Gerät für die Sommerbodenbearbeitung vorzubereiten und auf die Verhältnisse im Weinberg einzustellen. Dafür hatten sie vor der Begründung und dem Abbau 30 Minuten Zeit. In dieser Sparte setzen sich Marius Meyer (Rheinland-Pfalz), Christoph Ehmer (Baden-Württemberg) und Viola Sander (Hessen) durch.
Ebenfalls im Weinbau an den Start gingen die jungen WinzerInnen, die sich in einer Fortbildung befinden. Während des Bundesentscheides wurden, wie in den anderen Sparten auch, u.a. ihre Präsentationsfähigkeiten bewertet. Die neun LandessiegerInnen sollten dafür eine Familie aus Hamburg, die erstmals auf dem Weingut ist, durch ihren Betrieb führen, dabei auf die Traubenproduktion, die Kellerwirtschaft oder Kellertechnik eingehen und auch die Verkostung zweier Weine einbeziehen. Als Sieger aus allen fünf Wettbewerbsteilen ging Christian Ambach aus Baden-Württemberg, gefolgt von Marcel Claß aus Rheinland-Pfalz sowie Michael Lang aus Südbaden hervor. Die 25 angehenden Forstwirte maßen sich in der Praxisaufgabe im Zielfällen und Entasten. Sie pflanzten Bäume und Sträucher in Linie, bauten einen Fledermauskasten… Felix Naumann (Nordrhein-Westfalen), Peter-Michael Kauffmann (Baden-Württemberg), Christoph Hierold (Thüringen), Christian Scheder (Bayern) und Sebastian Zinßer (Baden-Württemberg) setzten sich an die Spitze der ForstwirtInnen.
Nicht zu vergessen ist die Tierwirtschaft, die erstmals in einer eigenen Sparte beim Berufswettbewerb 2007 antrat. 60 Minuten Zeit hatte beispielsweise ein Zweierteam, um bei drei Tage alten Ferkeln von der Kennzeichnung bis zur Dokumentation, von der Impfung bis zum Schwanz kupieren etc. alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, die in diesem Alter nötig sind, ohne dabei die Sau zu vergessen. Oder sie bauten eine mobile Weidezaunanlage. Vorher musste berechnet werden, wie groß diese bei vorhandenem Bewuchs für fünf Tiere sein muss. Am Ende kam Daniel Nähter (Sachsen) vor Michael Barthel (Thüringen) und Martin Hempel (Sachsen) auf den ersten Platz.
„Ich habe in Iden neue Erfahrungen gesammelt, nehme Kontakte, Spaß und Selbstbestätigung mit nach Hause“, so der frischgebackene Wettbewerbssieger Daniel Nähter, der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist. „Auch fachlich hat mich der Austausch hier weiter gebracht. In anderen Regionen, anderen Betrieben gibt es andere Probleme, andere Lösungsansätze, die ich von daheim nicht so kenne. Der Wettbewerb ist in jeder Hinsicht eine Bereicherung. Ja und dann verbessert der Sieg auch meine Jobchancen und gibt einem eine neue Gelassenheit“, sagt er.
Am Berufswettbewerb der deutschen Landjugend nahmen bundesweit in den letzten Monaten über 10.500 junge Leute zwischen 15 und 25 Jahren teil. Die BundessiegerInnen erhielten in der internen Siegerehrung am Donnerstagabend wertvolle Sachpreise. Am 28. Juni wurden sie von Bundespräsident Horst Köhler und Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer auf dem Deutschen Bauerntag offiziell geehrt. Eine Reise nach Brüssel, Berlin und andere Fortbildungen warten ebenfalls auf die besten Nachwuchskräfte in den grünen Berufssparten Land-, Tier-, Forstwirtschaft, Weinbau und Hauswirtschaft.
Der Berufswettbewerb der deutschen Landjugend fand bereits zum 28. Mal statt und ist der bisher größte im grünen Bereich. Er steht unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und wird vom Deutschen Bauernverband e.V., dem Bund der Deutschen Landjugend und der Schorlemmer-Stiftung getragen.
Für die Sparten Haus-, Land-, Tier- und Forstwirtschaft fand der Bundesentscheid in der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau des Landes Sachsen-Anhalt in Iden statt, die den Wettbewerb vor Ort maßgeblich unterstützt hat. Die Organisation lag in den Händen der Landjugend Sachsen-Anhalt. Der Weinbau-Bundesentscheid wurde im Staatsweingut Blankenhornsberg im badischen Ihringen ausgetragen und vom Bund Badischer Landjugend organisiert.
Berufswettbewerb bedeutet lernen, Spaß haben und Leute mit gleichen Interessen treffen. Das können die besten der Besten aus den Jahre 2007 bestätigen. Zugleich tue die Teilnahme auch dem Selbstbewusstsein gut, sagen sie aus eigener Erfahrung. Mindestens genauso wichtig ist aber, dass durch den Wettbewerb die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die grünen Berufe gelenkt wird. Es ist einfach spannend zu sehen, ob der Stamm beim Zielfällen der ForstwirtInnen den Luftballon trifft oder mit welcher Präzision die jungen LandwirtInnen die riesige Technik über Feld oder Hindernisparcour lenken… Die Teilnehmer sind es, die die Vielfalt der grünen Berufe fassbar und interessant machen.
Mehr über den Berufswettbewerb 2007 erfahrt ihr hier >> ![]()
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